Der Schaum – ein Leben, ein kleiner Bier (ver) führer!
Das Bier – ein königliches Getränk
Es gibt ein Getränk auf der Welt, bei dem das Unwesentliche zum Wesentlichen wird: das Bier.
Der Schaum, jenes undefinierbare, unbeschreibbare Etwas, das wie ein köstlicher, schützender Schleier auf dem Bier liegt, leise sich bewegend – dieses Unwesentliche wird zum Wesentlichen. Wenn der Poet Hugo von Hofmannstahl sagt, in der Oberfläche allein liebe die Tiefe und die Qualität, so hat er nicht nur Literatur, sondern auch das Bier gemeint. Wirkliche Biertrinker sind Genießer: Menschen, die sich Genüssen hingeben können, für die Trinken nicht nur Durstlöschen ist, sondern Anregung der Sinne.
Bilder von genießenden Menschen: Biergläser, goldgelb in der Sonne glänzend, die weiße Schaumhaube, lachende Gesichter, Küsse, Lippen mit Spuren des Bierschaumes. Bier wird überall auf der Welt getrunken. Seit Urzeiten schon. Selbst die zarte Kaiserin Sissy trank Bier bei den vornehmen Gesellschaftsessen am Wiener Hof – sie glaubte, es sei ihrem Teint zuträglich.
Das Bier – ein königliches Getränk.
Der Biergenießer trinkt nicht wahllos, nicht schnell, er bereitet sich seelisch vor auf den berühmten ersten Schluck, wenn er das Glas an die Lippen setzt, die Kühle des Schaumes angenehm spürt, vorsichtig einatmet und dann trinkt: in wohldosierten kräftigten Zügen. Hier beginnt der Genuss des Trinkens.
Vom Wert des Bieres
Alle Reden von der Biowelle. Für die Braumeister, wie sich die Meister der Braukunst stolz nennen, ist sie schon seit jeher selbstverständlich. Zur Herstellung von Bier werden nur Naturprodukte verwendet. Das Bier ist ein Naturprodukt. Durch würziges Gerstenmalz erhält es seine nährende Substanz, durch den herben Hopfen seine anregende Kraft. Zirka 1.400 Milligramm Mineralien pro Liter erhöhen seinen Gesundheitswert. Es ist daher kein Zufall, dass die gediegene und anspruchsvolle Ausbildung des Braumeisters auf der Hochschule für Bodenkultur erfolgt. Österreich kann stolz auf seine Biere sein. Und um sich dieses Stolzes immer wieder aufs Neue würdig zu erweisen, verwundert es nicht, dass die braufreudige Alpenrepublik eine der strengsten Braurichtlinien der ganzen Welt geschaffen hat.
Sie finden sich im Codex Alimentarius Austriacus, wie das österreichische Lebensmittelbuch im Bewusstsein alter Tradition heute noch heißt, und das vielfach Vorbild für Lebensmittelvorschriften in anderen Ländern ist.
Bier trinken, aber richtig
Wie alle Naturprodukte ist auch Bier nicht unbegrenzt haltbar. Das Lieblingsgetränk von 84% aller Männer und 65% aller Frauen in Österreich sollte daher auf den vorgezeichneten Weg in die durstigen Kehlen nicht allzu lange warten müssen.
Bier sollte stets so gelagert werden, dass es jederzeit mit der richtigen Trinktemperatur für dein fröhliche Runde bereitsteht.
Häufig wird Bier zu kalt getrunken. Die ideale Temperatur liegt für den Kenner je nach persönlicher Vorliebe zwischen 8 und 10°C.
Einschenken
Beim Einschenken sollte das Bierglas immer leicht schräg gehalten werden.
Ungeduld ist dabei keineswegs am Platz, sondern führt bestenfalls zu Bierflecken auf dem Tischtuch.
Es empfiehlt sich stattdessen das Glas zwischendurch ein oder auch mehrere Male kurz stehen zulassen, damit der Schaum sich in aller Ruhe setzen kann, und erst dann weiter einzuschenken.
Welches Bier man in welches Glas einschenkt, wird wohl in erster Linie vom zur Verfügung stehenden Gläsersortiment abhängen.
Bier ist Natur
Bier ist Natur, ist gemütliches Plaudern an langen Tischen unter schattigen Bäumen, das sind schäumende Diskussionen an behaglichen Wirtshaustischen in einer geselligen Atmosphäre. Bier ist erfrischend. Bier löscht den Durst. Und Bier schafft ein Gesprächsklima, das in unserer gehetzten, schnelllebigen und gleichzeitig einsamen Zeit so notwendig ist. Gemütlichkeit, freundschaftliches und freundliches Miteinanderreden, Einander zuhören – bei einem Glas Bier. Bier hat weniger Kalorien bzw. Joule als die meisten anderen Getränke. Bier ist gesund. Es enthält lebenswichtige Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine: Dr. Abraham Kagan zog im „New England Journal of Medicine“ folgendes Reümee: „Ein Bier am Tag ist besser als keines, zwei sind besser als eines. Drei sind besser als zwei“.
Biertrinker sind freundliche, sinnliche Menschen. Sind besonnene Menschen. Nicht umsonst ist ein Maß die Einheit für das Bier. Biertrinken heißt auch Maßhalten. Den Genuß genießen. Den Durst löschen und gleichzeitig den wohligen Geschmack des Gerstensaftes spüren.
Kurz gesagt: Bier ist ein Volksgetränk, eine Volksnahrung: erfrischend, gesund, gesprächsfördernd, durstlöschend, anregend – ein Genuss.

